Was mit dir beim Organspenden passiert

Liebe Wallicado-Leserin, lieber Wallicado-Leser,

 

wer von euch hat mal den Thriller „Fleisch“ aus dem Jahr 1979 gesehen? In den Hauptrollen Monica (Jutta Speidel) und Mike (Herbert Herrmann), die während ihrer Flitterwochen in New Mexico in einem billigen Motel Rast machen. Nach einem Schäferstündchen unternehmen sie einen Spaziergang, auf dem Mike von Sanitätern überwältigt und in einem Rettungswagen entführt wird. Die Chefin des Motels scheint mit den Entführern unter einer Decke zu stecken.

 

Monica gelingt es zu flüchten und einen vorbeifahrenden Truk anzuhalten. Der Fahrer des Truks glaubt Monica zunächst nicht, doch bald fassen die beiden Vertrauen zueinander und er will ihr bei der Suche nach Mike helfen. Dabei kommen sie einem international verzweigten Syndikat auf die Spur, das in großem Stil Organhandel betreibt…..

 

 

Der Film wurde vor fast 40 Jahren gedreht und ich habe die Neuverfilmung aus dem Jahr 2008 gesehen, die in Südafrika spielt. Ich kriege heute noch Gänsehaut wenn ich daran denke und das Thema ist heute brandaktuell! In der vergangenen Woche gab es den Vorschlag unseres Bundesgesundheitsministers Jens Spahn der sogenannten Widerspruchslösung, d.h. jeder Mensch kann Organspender sein, wenn er nicht widerspricht.

 

Als ich vor ein paar Wochen meinen neuen Reisepaß beim Bürgerbüro abholte, bekam ich dazu mein Paßbild zurück mit einem Organspende-Vordruck, den ich hätte nur noch ausfüllen und abgeben müssen. Dies hat mich dazu bewogen, mal einen Artikel zu dem Thema (aus Sicht einer potentiellen Organ-Geberin) zu schreiben.

 

Es wird uns sehr bequem gemacht, in eine Organspende einzuwilligen, doch was wird mit dir dabei gemacht?

 

Es gibt den sogenannten Hirntod und den Tod eines Menschen. Eine Organspende wird nicht bei einem toten Menschen durchgeführt, wie wir uns tot vorstellen: kalt, starr, leblos, ohne Atem. Eine Organspende wird bei einem „hirntoten“ Menschen durchgeführt, einem sterbenden Menschen der noch warm ist und atmet bzw. beatmet wird. Denn nur die Entnahme von beatmeten Organen führt zu dem gewünschten Erfolg beim Empfänger. Wie es dabei in den Krankenhäusern zugeht, die das machen, kannst du im Internet lesen.

 

 

Bevor du in eine Organspende einwilligst, möchte ich dich dazu ermutigen, dich näher über dieses Thema zu informieren um eine Entscheidung für dich treffen zu können, die für dich persönlich stimmig ist. Gutes tun, Nächstenliebe, anderen Menschen helfen – alles schön und gut. Bedenke dabei bitte, dass man bei einem Hirntod nicht richtig tot ist, sondern wie oben geschildert.

 

Ich habe gelesen, dass durch neueste Erkenntnisse der Wissenschaft man bei schwersten Schädelhirntraumen etwa 70% dieser betroffenen Menschen retten kann. Es ist möglich, die meisten von ihnen in ein normales Leben zurückzuführen. Hirntote Frauen können Kinder gebären, hirntote Männer können Erektionen haben. Viele Juristen, Mediziner, Philosophen und Theologen sind der Meinung, dass hier ein Verbrechen an der Menschheit begangen wird, denn der Hirntod ist weder wissenschaftlich belegbar noch ist er wirklich der Tod.

 

 

Informiere dich über Transplantationsmedizin. Es ist ein Eingriff in die Natur. Organe sind knapp. Als Träger einer Menge verwertbarer Organe werden die Menschen zur begehrten Ware und auch hier gibt es dann „Angebot und Nachfrage“. Seit Jahren versucht die Transplantationsmedizin den Gesetzgeber dazu zu bewegen, die erweiterte Zustimmungsregelung in die Widerspruchsregelung umzuwandeln, was wir in diesen Tagen in den Medien hören und lesen.

 

Nach vielen Recherchen über dieses Thema habe ich für mich beschlossen, dass ich – krass gesagt – kein „Ersatzteillager“ sein möchte.

 

Ich wünsche dir, dass du durch meinen Artikel vielleicht auf diese Thematik angeschubst wirst und eine für dich persönlich richtige Entscheidung treffen kannst.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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