Es gibt viele Bücher auf dem Markt zu diesem Thema. Vor Jahren las ich mal ein Buch mit dem Titel: liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest. Von der gleichen Autorin gab es dann noch ein weiteres Buch mit einem ähnlichen Titel: liebe dich selbst und es ist egal wenn du deinen Job verlierst. Mich faszinierten damals die Titel dieser Bücher und eins davon hatte ich lange Zeit in meinem Bücherregal stehen. Ich setzte einige Anregungen daraus um, doch es gelang mir kaum auf Dauer und meine Beziehungen scheiterten immer wieder. Ich besaß viele Bücher zum Thema Selbstliebe. Sie handelten davon, wie man sich auf der Persönlichkeitsebene weiterentwickeln kann.

Ich habe damals auch viele Motivationsseminare besucht, die alle von Persönlichkeitsentwicklung handelten. Ich war immer „Feuer und Flamme“, wenn ich ein diesbezügliches Buch las oder bei einem Vortrag war. Ich dachte: jetzt geht’s aufwärts, jetzt wird mein Leben leichter, jetzt habe ich den Schlüssel gefunden zu Wohlstand, Erfolg, dauerhafter Zufriedenheit und Glück. Doch es währte immer nur ein paar Tage und verpuffte dann. Vor einem halben Jahr habe ich dann beim aufräumen endgültig alle diese Bücher entsorgt, weil ich aus diesen „Kinderschuhen“ herausgewachsen bin.
Den Anderen so lieben wie er ist
Doch wieso bekam ich keine zufriedenstellenden Ergebnisse beim Thema Selbstliebe durch die Umsetzung dessen, was in den Büchern zur Persönlichkeitsentwicklung stand? Mittlererweile kenne ich den Unterschied. Selbstliebe auf der Persönlichkeitsebene ist immer durch das Ego geprägt, Selbstliebe auf der spirituellen oder geistigen Ebene durch reine Liebe. Du liebst den anderen so wie er ist, ohne Hintergedanken, ohne, dass du etwas von ihm haben oder erzwingen möchtest.

Gleichzeitig gestattest du dir, dich so zu lieben wie du bist und dir das zuzugestehen, was du brauchst, damit du dich wohl fühlst. Das hat weniger mit Egoismus zu tun, denn du tust etwas um dich wohlzufühlen. Das ist ein Grundbedürfnis und kein Egoismus.
Akzeptiere auch dich, so wie du gerade bist
Selbstliebe auf der spirituellen, vielleicht magst du es lieber geistige Ebene nennen ist eine Liebe zu dir selbst ohne Ego oder Intellektgedanken. Zugegeben, ein kleines bisschen Restego ist, egal wie sich ein Mensch weiterentwickelt, meistens noch vorhanden. Um andere Menschen lieben und akzeptieren zu können so wie sie sind, dürfen wir erst einmal lernen uns selbst so zu lieben und zu akzeptieren, wie wir sind. Eine gute Übung dazu ist, dich morgens vor den Spiegel im Badezimmer zu stellen und dir zu sagen: ich liebe und akzeptiere mich so wie ich bin. Es mag dir sonderbar vorkommen, dies zu tun, doch probiere es einfach mal eine Weile aus.
Der Königsweg
Es ist eh der Königsweg, erstmal etwas zu akzeptieren, wie es gerade ist ohne zu werten. Manche Menschen haben eine natürliche Fähigkeit, sich selbst zu lieben, doch es sind wenige. Diese Menschen haben in ihrer frühesten Kindheit von ihren Eltern eine ausreichende Portion Liebe bekommen die sie stark gemacht hat für ihr Leben. Die meisten unserer Eltern jedoch konnten uns diese Liebe kaum geben, weil sie selbst in ihrer Kindheit keine empfangen haben und es ihnen somit unmöglich war, sie an uns weiterzugeben. Das ist der Kreislauf, den es zu durchbrechen gilt.

Liebe, die keine Bedingungen an andere stellt
Selbstliebe ist Voraussetzung dafür, dass du jemand anderen lieben kannst und zwar aus reiner Liebe und weniger aus einer Liebe heraus, die Bedingungen an eine andere Person stellt. Es ist egal, ob es sich bei der anderen Person um einen Lebenspartner/Lebenspartnerin oder das eigene Kind handelt. Zur Selbstliebe gehört dazu, dass du lernst, Grenzen zu setzen. Du magst denken: ach, das ist ja egoistisch. Doch wenn du keine Grenzen setzt, trampeln deine Mitmenschen auf deiner Grenze herum oder überschreiten sie. Dies geschieht weniger aus Mutwilligkeit sondern unbewußt.
Wenn du magst, kannst du gerne den Teil 2 über dieses Thema lesen.