Liebe wallicado-Leserin, lieber wallicado-Leser,
in meinem heutigen Artikel geht es um Traum und Vision.
Emmanuel wer? So fragten sich viele Menschen im Vorfeld der französischen Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2017. Ich persönlich wurde erst auf ihn aufmerksam, als er es am 23. April 2017 mit einem deutlichen Vorsprung zu seiner Kontrahentin in die Stichwahl geschafft hatte. Von da an interessierte es mich, was er getan hatte um dahin zu kommen. Ok, er ist überdurchschnittlich intelligent und hatte aufgrund seines Elternhauses die Möglichkeit, die besten Schulen und Universitäten Frankreichs zu besuchen. Seine Eltern verfügten auch über die finanziellen Mittel, ihm dies zu ermöglichen.

Doch seine Einzigartigkeit ist, dass er eine Vision hatte. Er hatte eine Vision von seinem Privatleben, als er sich mit 15 Jahren in seine Lehrerin verliebte und sie sich in ihn. Er träumte nicht nur von einem Leben mit dieser Frau, sondern er hatte eine klare Vision von einer Beziehung mit ihr. Er glaubte daran, dass sie eines Tages ein Paar sind. Er war bereit, alle erforderlichen Schritte zu unternehmen, damit seine Vision Wirklichkeit würde. Auf dem Weg zum Erreichen dieses Zieles gab es Hürden zu überwinden denn er mußte als Erstes die Schule wechseln, damit er seine Lehrerin nicht mehr während des Unterrichtes sehen sollte. Er zweifelte in keinem Moment, dass seine Vision unrealisierbar wäre. Er hielt Monat für Monat, Jahr für Jahr an seiner Vision fest bis sich schließlich die Gegebenheiten für ihn entschieden und er seine Brigitte heiraten konnte.

Dann ging es weiter mit seiner nächsten Vision, sein Land davor zu bewahren, dass Frankreich eine rechtsradikale Präsidentin wählt. Im Jahr 2015 kannte ihn in seinem Land kaum jemand und im Ausland fast niemand. Doch auch hier hatte er eine Vision und mobilisierte quasi aus dem Stehgreif heraus eine Bewegung um eine rechtsradikale Präsidentschaft zu verhindern. Seine Anhängerschaft wuchs und wuchs und schneller, als er vielleicht gedacht hatte, stellte sich der Erfolg ein. Am 23.April 2017 hatte er sein vorletztes Etappenziel dieser Vision erreicht und kam in die Stichwahl. Er feierte seinen Teilerfolg bescheiden in einem Bistro und machte sich Tags darauf gleich wieder an die Arbeit.

Es war ihm durchaus bewußt, welche Verantwortung er zwischenzeitlich auf sich genommen hatte, denn er war kurz davor, Staatspräsident von Frankreich zu werden. Er unternahm mutig die nächsten Schritte und dann war endlich der 7. Mai 2017, der Tag der Stichwahl. Auch hier zweifelte er keinen Augenblick und wies sein Team an, die notwendigen Schritte zu unternehmen um die Feierlichkeiten zu seiner Wahl vorzubereiten. Er dachte groß und majestätisch und wählte einen der schönsten und imposantesten Plätze in Paris für seinen Wahlsieg aus, nämlich den Place du Louvre.

Als die Wahllokale schlossen und um 20 Uhr in Paris der Name des neuen Präsidenten von Frankreich verkündet wurde, schritt er staatsmännisch im Alter von 39 Jahren, begleitet von Beethovens 9. Sinfonie durch das Portal des Louvre zum Siegerpodest.
Nun, was können wir daraus lernen? Gut, vielleicht sagst du, ich bin nicht so intelligent wie er, meine Eltern hatten wenig Geld und konnten mir keine so gute Schulbildung, wie er sie genossen hat, ermöglichen. Ich hatte auch nie den Wunsch Präsident oder Präsidentin zu werden und hatte auch keine Hürden wegen meinem Lebenspartner/meiner Lebenspartnerin zu nehmen.
Doch egal welche Voraussetzungen du für deinen Traum hast, die gleichen Mechanismen, die bei Emmanuel Macron gewirkt haben wirken auch bei dir. Zuerst gilt es zu unterscheiden zwischen einem Wunsch bzw. Traum und einer Vision.
Wenn du magst, lies weiter im Teil 2 zu diesem Artikel.
